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Was sind Erbkrankheiten?

Unter Erbkrankheiten versteht man Erkrankungen, die ihre Ursache in einer Veränderung des Erbguts (DNA) haben und von den Eltern an die Nachkommen vererbt werden.

Wie entstehen diese Erbkrankheiten?

Unsere Rassehunde sind allesamt durch Inzucht entstanden. Inzucht bedeutet, dass man eng verwandte Tiere miteinander verpaart.
Die Wirkung der Inzucht besteht darin, dass sie von der Mischerbigkeit zur Reinerbigkeit führt. So wird das Aussehen (Phänotyp), der Charakter, das Wesen, die Leistung und leider auch die Krankheiten herausgezüchtet.

Seit die Hundezucht mehr auf Schönheit als auf Leistung geht, sind die erblichen Defekte deutlich angestiegen. Ein schöner Hund braucht nicht gesund zu sein - verheerende Folgen!
Einige Verbände haben die Reißleine gezogen und versuchen alles, um ihre Rasse zu retten, andere schauen immer noch weg.

Durch diese Inzucht/Inzestzucht/Linienzucht werden unsere Hunde immer schöner (was auch Geschmackssache ist) und immer kranker.
Nur wenn der einzelne Züchter für seine Zucht etwas unternimmt, kann er das Fiasko in seiner Zucht vermeiden.

Was kann der Züchter dagegen tun?

- Gesundheitsuntersuchungen vor Zuchteinsatz,
- Untersuchungen der Nachzuchten,
- Decklimitierung des Deckrüden und
- Ausschluss der Merkmalsträger in der Zucht

sind die einzige Möglichkeit eines Züchters, seine Zucht auf Gesundheit, Leistung und Wesen zu kontrollieren.

Frau Dr. Sommerfeld-Stur hat das prima zusammengefasst:

Die 13 Sünden der modernen Hundezucht

Die erste Sünde: Kleine Hunde zu klein und große Hunde zu groß zu züchten.
Die zweite Sünde: Hunde mit extremen Körpermaßen und Körperformen zu züchten wie z. B.: zu kurze Nasen, zu kurze Beine, zu lange Ohren, Hautfalten oder Pigmentierungsstörungen.
Die dritte Sünde: Hunde miteinander zu verpaaren, die eng miteinander verwandt sind.
Die vierte Sünde: Hunde miteinander zu verpaaren, bei denen gleiche genetische Belastungen bekannt oder zu vermuten sind.
Die fünfte Sünde: Viele Hündinnen an ein und denselben Championrüden zu verpaaren.
Die sechste Sünde: In erster Linie auf den eigenen Hund zu schauen und die Population dahinter zu ignorieren.
Die siebte Sünde: Mehr auf Ausstellungserfolge zu achten als auf Gesundheit.
Die achte Sünde: Gesundheitsprobleme, die in der Rasse auftreten, zu ignorieren oder zu unterschätzen.
Die neunte Sünde: Gesundheitsprobleme, die in der eigenen Linie auftreten, zu verschweigen.
Die zehnte Sünde: Die eigenen Hunde durch die rosarote Brille zu betrachten, Hunde anderer Züchter hingegen überkritisch zu beurteilen.
Die elfte Sünde: Vorübergehenden Modeströmungen in der Interpretation des Rassestandards zu folgen statt auf langfristige und funktionell orientierte Zuchtziele zu setzen.
Die zwölfte Sünde: Zu vergessen, dass der Hund von einem Beutejäger abstammt und daher zumindest grundsätzlich in der Lage sein sollte, Beute zu jagen und zu fangen.
Die dreizehnte Sünde: Zu vergessen, dass Hunde Schmerz und Unbehagen empfinden, so wie wir Menschen auch, dass sie aber nicht immer in der Lage sind, diese Empfindungen entsprechend zu kommunizieren.

Quelle